Teil 1 – Gründung des Vereins am 23. Februar 1913

Wenn 1913 das Tanzen als offizielle Sportart anerkannt gewesen wäre, hätte man den STK wohl kaum gegründet. Es waren acht begeisterte Tänzer, die die „tanzlose“ Sommerzeit zum Erhalt ihrer Kondition durch eine andere sportliche Betätigung überbrücken wollten. Diese acht Freunde zwischen 17 und 20 Jahren trafen sich in der Wohnung der Brüder Westphal in der Belfortstraße (jetzt Klingsorstraße), erarbeiteten eine Satzung und gründeten den Verein. Die offizielle Gründungsversammlung fand etwas später in der Gaststätte Albrechtshof statt, die sich an der Stelle des heutigen Steglitzer Kreisels befand.

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In der Gélieustraße 3 wurden drei Plätze gemietet. Ein kleiner Schuppen diente wechselseitig für Damen und Herren als Umkleideraum. Trotz der primitiven Verhältnisse blieben die Gründer, darunter auch der langjährige Vereinsvorsitzende und Ehrenpräsident des STK Alfred Eversberg, nicht allein. Der Verein nimmt nach kurzer Zeit bereits mit drei Mannschaften an den Berliner Verbandsspielen teil. Mit Fleiß und Liebe wird von den Klubmitgliedern aus geschenktem Holz ein erstes eigenes Klubhäuschen mit Umkleideraum und Veranda gezimmert.

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Die schöne Aufwärtsentwicklung wird durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges jedoch jäh gebremst.

 

 

 

 

 

Teil 2 – Das STK-Wappen

Im Zuge der Berliner Verwaltungsreform am 1. Januar 2001 wurden die 23 Altbezirke bekanntlich zu 12 Fusionsbezirken zusammengeführt. Aus den selbstständigen Bezirken Steglitz und Zehlendorf wurde ein Bezirk. Man einigte sich schnell in allen wichtigen Angelegenheiten – das ging nicht überall glatt –, so auch in der Gestaltung eines neuen Bezirkswappens aus einer heraldisch ausgewogenen Kombination mit Motiven der beiden ehemaligen Wappen.

Wappen des Bezirkes Steglitz (vor 2001)

Wappen des Bezirkes Steglitz (vor 2001)

Wappen des Bezirkes Steglitz-Zehlendorf (nach 2001)

Wappen des Bezirkes Steglitz-Zehlendorf (nach 2001)

Für den STK änderte sich nichts. Das Vereinswappen mit dem schwebenden rotbezungten schwarzen Adlerkopf entspricht dem ehemaligen Steglitzer Wappen, das im Übrigen 1887 das erste einer Landgemeinschaft in Preussen war und von dem berühmten deutschen Heraldiker Maximilian Gritzner entworfen wurde. Die Motive verewigte auch Hugo Danowski aus der bekannten Steglitzer Juweliersfamilie, ein Leben lang dem Verein eng verbunden. Eine Goldene Ehrennadel mit Brillianten für jahrzehntelange wegweisende Verdienste um unseren Traditionsverein erhielt das STK-Urgestein Alfred Eversberg.

Seit jeher erscheint das STK-Wappen in den Vereinsfarben grün und weiß (siehe oben).

 

Teil 3 – Die Zeit zwischen den Kriegen

Die Zeit zwischen den Kriegen ist durch eine Phase des kontinuierlichen Auf- und Ausbaus gekennzeichnet. Das Häuflein der Getreuen ist stark zusammengeschmolzen. Neue Mitglieder mussten geworben werden. Zusätzlich bestand in den ersten Nachkriegsjahren eine heute unvorstellbare Materialknappheit. Bis 1924 durften keine Bälle produziert werden. Daher wurde zeitweise mit Bällen gespielt, die statt Gummi Spiralfedern hatten und noch vorhandene „alte Kartoffeln“ des Jahrgangs 1914 mussten jeden Abend neu genäht werden, um wieder einsetzbar zu sein.

Der Verein bietet mit der Gründung der Hockey-Abteilung eine weitere Sportart an. Das vorher gepachtete Gelände kann erworben werden. Sechs Plätze werden in der vorgeschriebenen Nord-Süd-Richtung angelegt. Der siebente, der M-Platz wurde von allen Mitgliedern regelrecht „ausgegraben“: Jedes Mitglied muss 20 Feldloren Erde ausheben und auf die angrenzenden sumpfigen Wiesen der Bäke bringen.

Ein neues Klubhaus, finanziert mit Anteilscheinen der Mitglieder in Form einer Anleihe, ersetzt das alte Häuschen. Es wurde am 29. Mai 1921 eingeweiht und genügte den Anforderungen nur bis 1927. Dann mussten Aus- und Aufbauten des Hauses vorgenommen werden.

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Auch sportliche Erfolge blieben nicht aus: In den zwanziger Jahren war die STK-Jugendmannschaft dreimal Berliner Meister im Tennis, je einmal im Eishockey und Hockey! Dazu kamen die jahrelang als Ranglistenspieler unter den Besten 10 des Deutschen Tennis-Bundes geführten Gisela Enger (später Hertzfeld) und Harry Schwenker, das wohl bekannteste STK-Eigengewächs. 1926 holte er mit den Junioren in einem denkwürdigen Endspiel vor heimischer Kulisse die Berliner Meisterschaft mit 5:4 gegen den Favoriten Blau-Weiss. Später gehörte Scnwenker zu den deutschen Spitzenspielern und sogar dem deutschen dem Daviscup-Team an.

Schon damals galt der Jugendarbeit das besondere Augenmerk des STK. Der Berliner Tennisverband würdigte diese Bemühungen des Klubs durch die Vergabe der Berliner Junioren-Meisterschaften an den STK. Von 1924 bis 1937 (und später von 1950 bis 1971) wurden diese auf unseren Plätzen ausgetragen.

Zu den Säulen des STK – Tennis und Hockey – kam als dritte Säule das Eisstockschießen hinzu, lange Zeit dargestellt anhand der drei Piktogramme an der Klubeingangspforte. Doch die Aktivitäten erschöpften sich nicht hierin allein. Es gab Fußball- und Eishockeymannschaften, ferner den Kegel und Tischtennissport, sowie viele weitere gesellige und sportliche Freizeitvergnügen. Nicht zu vergessen das Schlittschuhlaufen auf dem M-Platz.

Alle Vergnügen mussten dann mit Ausbruch des 2. Weltkrieges sehr eingeschränkt werden, wie der Tennisbetrieb überhaupt. So wurden die Plätze 1 bis 6 gegen Ende des Krieges in Splittergräben verwandelt, in denen Menschen aus der näheren Umgebung Zuflucht vor Bombenangriffen suchten.